Dr. Bernhard Lukas  
 


OP-Spektrum

 

Behandlungskonzept
Zentrum für Handchirurgie, Mikrochirurgie und Plastische Chirurgie

 

 

Notfallversorgung


Einen zentralen Bestandteil unserer Arbeit nimmt die Akutversorgung von Verletzungen ein. Von Knochenbrüchen über Schnittverletzungen mit Sehnen-, Gefäß- und Nervenbeteiligung bis hin zu komplexen Amputationsverletzungen werden sämtliche Handverletzungen rund um die Uhr von einem kompetenten Team versorgt. Von den Rettungsleitstellen ist unser Notfallteam über ein eigenes Mobiltelefon rund um die Uhr erreichbar, sodass der schnellstmögliche Transport von Handverletzten in unsere Klinik organisiert werden kann. Jeder unnötige Zeitverlust kann zum Scheitern derartiger aufwendiger mikrochirurgischer Versorgungen führen.

 

Minimal invasive Handchirurgie - Mikrochirurgie


Der technische Fortschritt der Medizin hat auch in die Handchirurgie Einzug gehalten.

Es ist heute möglich, über kleinste Hautschnitte mit dem Arthroskop ein Handgelenk von innen zu betrachten und Verletzungen minimal invasiv zu behandeln (Schlüssellochtechnik). Mit jährlich über 300 Handgelenksarthroskopien liegen wir im internationalen Vergleich damit im Spitzenfeld.

Durch Hochleistungsmikroskope lassen sich verletzte Blutgefäße und Nerven, deren Durchmesser unter einem Millimeter liegt, wieder rekonstruieren. Für diese Maßnahmen steht Nahtmaterial zur Verfügung, das mit dem bloßen Auge nicht mehr erkennbar ist.

 

Moderne Osteosynthese-Techniken


Wir sind stets bemüht, für unsere Patienten die besten Osteosynthese-Verfahren mit modernsten Implantaten bei Knochenbrüchen anzubieten. Das Spektrum der Knochenbruchbehandlung hat sich durch verbesserte Implantate erheblich erweitert. Die Entwicklung neuer sogenannter winkelstabiler Titanplatten hat zum Beispiel bei der Versorgung des körperfernen Speichenbruchs, einem der häufigsten Knochenbrüche des Menschen, zu einer deutlichen Verbesserung der operativen Versorgung geführt.

 

Auch der Kahnbeinbruch, einer der häufigsten Knochenbrüche bei Sportverletzungen, lässt sich durch minimal invasive Titanschrauben optimal stabilisieren. Vorteile für die Patienten ist in allen Fällen die deutlich verkürzte postoperative Dauer der Ruhigstellung und das bessere funktionelle Ergebnis.

 

Prothesen


Bestimmte systemische Erkrankungen, wie die chronische Polyarthritis (Rheuma) oder aber die Polyarthrose der kleinen Fingergelenke sowie gelenkbetreffende Unfälle können zur fortschreitenden Zerstörung der betroffenen Gelenke führen. Dies führt in der Regel zu erheblichen Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen.

Durch die Entwicklung neuer und moderner Prothesentypen hat sich der Gelenkersatz in der Handchirurgie etabliert. Bei entsprechender Indikation bieten wir Handgelenksprothesen, Radiusköpfchenprothesen, Ellenkopfprothesen sowie Prothesen der Fingergrund- und Mittelgelenke mit gutem Erfolg an.

 

Angeborene Fehlbildungen


Die Geburt eines Kindes mit einer angeborenen Fehlbildung an der Hand ist für viele Eltern ein schweres Schockerlebnis.

Um so wichtiger ist es, dass diese Kinder bereits frühzeitig in einem dafür besonders geschulten handchirurgischen Zentrum vorgestellt werden. In vielen Fällen ist es möglich, die vorliegende Form der Fehlbildung entweder fast vollständig zu korrigieren oder aber durch spezielle Operationstechniken eine deutliche Funktionsverbesserung der Hände zu erzielen. Voraussetzungen für operative Eingriffe beim Säugling oder Kleinkind sind mikrochirurgische Techniken sowie besondere der Größe der kindlichen Hand angepasste Operationsinstrumentarien. Mit Hilfe speziell entwickelter Fixationssysteme führen wir Achskorrekturen oder Knochenverlängerungen des kindlichen Skeletts durch. Dadurch ist es möglich, angeborene oder durch Verletzungen verursachte Funktionsstörungen der kindlichen Hand schon in einem frühen Wachstumsstadion zu korrigieren und mögliche Folgebeschwerden zu verhindern oder zu reduzieren.

 

Plexuschirurgie


Eines unserer Spezialgebiete ist die Versorgung von Verletzungen des Plexus brachialis (Nervengeflecht in Höhe der Schulter- und Achselhöhle). Plexusverletzungen können schon während des Geburtsvorganges entstehen. Typisch sind sie aber als Folge eines Motorradunfalles.

Die Symptome einer Plexusverletzung sind ganz unterschiedlich. Sie reichen von Gefühlsausfällen bis zu Muskellähmungen. Der in der Plexuschirurgie erfahrene Chirurg kann auf Grund der Ausfallerscheinungen eine genaue Lokalisation der Schädigung vornehmen und die passende Operationstechnik wählen. Mögliche Verfahren sind die Lösung des Nervengeflechts aus dem umgebenden Narbengewebe, mikrochirurgische Nervennähte sowie Nerventransplantationen.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Rahmen der Münchner Plexusgruppe können wir unseren Patienten eine hohe Qualität in Planung und Durchführung dieser heiklen Eingriffe garantieren.

 

Rekonstruktive plastische Chirurgie


Über die Handchirurgische Versorgung hinaus sind wir durch unsere hochspezialisierten mikrochirurgischen Techniken in der Lage, Defektdeckungen, die durch Trauma, Tumorresektionen oder Narbenexcisionen entstehen, an allen Körperregionen durchzuführen.

Durch komplexe operative Rekonstruktionsmaßnahmen ist es möglich auch entstellende Narben im Gesicht zu korrigieren und dem Patienten ein ästhetisches Erscheinungsbild wieder zu geben.

Offene Wunden, freiliegende Knochen, Nerven- und Sehnen an den Extremitäten können mit einer Gewebeverpflanzung von gesundem Fett- oder Muskelgewebe von der Oberarm- oder Rückenregion funktionell und kosmetisch günstig gedeckt werden. Durch derartige Gewebeverpflanzungen ist es in vielen Fällen möglich, drohende Amputationen zu verhindern.

 

Die postoperative Nachbehandlung


Für den Erfolg eines postoperativen Eingriffs an der Hand ist die postoperative Nachsorge eine ganz wesentliche Voraussetzung. Hier steht ein erfahrenes Team aus Handtherapeuten (Masseure, Krankengymnasten, Ergotherapeuten) zur Verfügung, welche sich in Absprache mit den behandelnden Ärzten um unsere frisch operierten Patienten kümmert. Diese Nachbehandlung wird ambulant nach Beendigung des stationären Aufenthaltes entweder in dem unserer Klinik angegliederten Rehabilitationszentrum fortgeführt oder aber wir weisen unsere Patienten erfahrenen Therapeuten der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Handtherapie zu.

 

Leistungsspektrum


Unsere Abteilung konnte im Jahr 2005 insgesamt 1.400 stationäre und 400 ambulante Handchirurgische und Mikrochirurgische Eingriffe durchführen. Die Anzahl der freien Gewebeverpflanzungen hat in diesem Zeitraum um 100 % zugenommen. Insgesamt konnten wir mit diesen Operationszahlen einen Platz im Spitzenfeld der Handchirurgischen Abteilungen einnehmen. Durch die berufsgenossenschaftliche Zulassung zur Versorgung von Handverletzungen ist auch bei der Versorgung von Arbeitsunfällen eine deutliche Steigerung der Fallzahlen eingetreten.